Nationales Natur-Erbe

"Hute am Seilerberg"

(ehemals Truppenübungsplatz Habichtswald-Ehlen)

Beim ehemaligen Truppenübungsplatz oberhalb von Habichtswald-Ehlen handelt es sich um ein besonders wertvolles (weil großes) halboffenes Gelände. Seit dem 06.05.2015 ist dieses Eigentum der hessischen NABU-Stiftung:

 

www.hessen.nabu.de/wirueberuns/organisation/Stiftung

 

Nicht zu verwechseln mit unserer NABU-Gruppe Habichtswald, die jedoch über eine Arbeitsgruppe eingebunden ist. Angedacht sind der Erhalt des halboffenen Charakters durch einen Pächter mit Beweidung (zunächst weiterhin der bisherige Schäfer) und ein teilweiser Rückbau der mittleren Wege bei Erhalt des Rundweges. Der geschlossene Baumgürtel soll umgestaltet werden. Das Gelände soll für Spaziergänger zugänglich bleiben. Im Bereich jenseits des obersten Weges existieren zahlreiche Feuchtbiotope, die es ebenfalls zu erhalten gilt. Die Planungen sind noch im Anfangsstadium. Es können Anregungen eingebracht werden, die wir ggf. gerne an die Stiftung weitergeben.

Dies ist ein großes, neues Naturschutzprojekt. Interessierte/Engagierte sind willkommen.
Kontaktmöglichkeit: ronald.schwerin@web.de.

 

 

Ansprechpartner und von der Stiftung weisungsberechtigt vor Ort sind:

- Hans-Bernd Schmidt (NABU Bad Emstal): hans-berndschmidt@t-online.de
 (Vertretungsberechtigter der Stiftung)

- Erich Rosner (NABU Habichtswald): erich_rosner@web.de
- Uwe Nord (Bundesforst): uwe.nord@bundesimmobilien.de


NABU Habichtswald

 

Naturerlebnistag auf der Hute am Seilerberg

 

Diesen Sonntag war es soweit: Auf der Hute am Seilerberg (ehemaliger Truppenübungsplatz Ehlen) fand ein Informationsnachmittag mit geführten Themenwanderungen statt. Wir hatten Glück mit dem Wetter, die Regenwolken zogen vorbei. Es kamen ca. 40 interessierte Bürger, die sich je nach Interesse in vier Gruppen aufteilten: Eine Amphibiengruppe, eine Botanikgruppe, eine Ornithologengruppe und eine Gruppe Gebietsentwicklung. Die geplante Gruppe "Schäfer" kam leider nicht zustande, da die Schafe aufgrund der kalten Witterung derzeit noch nicht auf der Hute sind.

 

Für die Amphibiengruppe war eigens ein Fachmann der Eigentümerin der Fläche, der NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe, aus Wetzlar angereist. Dieser konnte bei der Wanderung, sozusagen nebenbei, u.a. das Vorkommen von Kaulquappen der seltenen Geburtshelferkröte auf der Fläche nachweisen. Die Gruppe Gebietsentwicklung wurde von Hans-Bernd Schmidt, dem Vertreter der Stiftung bei uns vor Ort, geführt. So hatten interessierte Bürger, bzw. Anwohner die Gelegenheit aktuelle Informationen über die Planungen zu erhalten und Fragen zu stellen. Nach ca. 2,5 Stunden trafen sich alle Gruppen an einem zentralen Getränkestand für eine Erfrischung, die gerne angenommen wurde.

 

Wir haben eine solche Veranstaltung erstmalig ausprobiert und erhielten sehr positive Rückmeldungen. Wir haben mit diesem Naturerlebnistag versucht, viele verschiedene Interessen in einem Veranstaltungsrahmen zu ermöglichen. Dies gelang mit den tollen Themenwanderungen auch sehr gut. Leider konnte man aber nicht überall dabei sein. Aus meiner Sicht wäre ein moderierter Austausch der Gruppen nach den Wanderungen am Getränkestand noch gut gewesen, der so (nur) in kleinen Grüppchen standfand - eine Anregung für's nächste Mal.

 

Ansprechpartner der NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe vor Ort: hans-bernd.schmidt@gmx.de

 Ansprechpartner NABU Habichtswald: ronald.schwerin@web.de, www.nabu-habichtswald.de

  

Terminhinweis: Unser offenes Gruppentreffen in unserer Vereinshütte Im Grund (Wegbeschreibung siehe Website) findet nicht am ersten Montag im Juni statt (da Feiertag), sondern ausnahmsweise am zweiten Montag (=12.06.) ab 18 Uhr.

 

09.05.2017

 

 

 

NABU-Habichtswald

 

NABU Habichtswald / Waldjugend Warmetal

 

Amphibienwanderung auf der Hute am Seilerberg

 

Letzten Samstag gab es auf der Hute am Seilerberg (ehemaliger Truppenübungsplatz Ehlen) eine besondere Veranstaltung. Eine vom Biologen Jürgen Oberstraß geführte Wanderung zu den Tümpeln im oberen Bereich der Hute ausgerichtet auf Kinder ab 6 Jahren und Jugendliche. Neben rund 15 Kindern der Waldjugend und einigen Erwachsenen (Eltern und vom hiesigen NABU) war auch Hans-Bernd Schmidt von der NABU Stiftung Hessisches Naturerbe, der Eigentümerin des Naturschutzgebietes, mit dabei.


Wie immer bei der Waldjugend, war die Stimmung (trotz kalten Wetters) ausgesprochen gut. Fast jedes Kind hatte einen Kescher mitgebracht. Unter Anleitung von Jürgen wurden eifrig und erfolgreich verschiedene Molche, Kaulquappen, Rückenschwimmer, Kleinlibellenlarven, Wasserschnecken, Wasserläufer und Köcherfliegenlarven gefangen, ins Schalen mit Wasser gesetzt und bestimmt. Ein besonderes Erlebnis war die Erlaubnis von Jürgen, die Molche (nach Befeuchten der Hände) kurzzeitig auch in die Hand nehmen zu dürfen. Die Waldjugendkinder waren begeistert, und es wurde die Absprache getroffen, dass die Waldjugendgruppe die Patenschaft für drei kleinere, nebeneinanderliegende Tümpel übernehmen möchte. An diesen Tümpeln wurden letzten Winter bereits die Bäume/Büsche mit Motorsägen massiv zurückgeschnitten um die Sonneneinstrahlung zu erhöhen. Da die Bäume und Sträucher wieder ausschlagen werden, kann die Waldjugend in den nächsten Jahren ab und zu mit Gartenscheren die dadurch wieder beginnende Verbuschung klein halten. Dies ist sehr sinnvoll, da für solche "Handarbeiten" kein (bezahlter) Profi Zeit hätte, für alle Beteiligte eine "win-win-Situation.


Natürlich wurden alle Tiere am Ende wieder sorgfältig zurückgesetzt. Übrigens (was alle Eltern aus Erfahrung wissen): Wir hatte 6 - jährige Kinder dabei, die Wanderung dauerte ca. 2,5 Stunden. Trotz der Kälte hielten diese völlig problemlos durch, mitgezogen von dem Spaß bei dieser besonderen Aktion. Ein großes Lob dafür auch an "die Kleinen".

 

04.03.2017

 

 

 

Müllsammlung auf der Hute am Seilerberg: zwei Anhänger voll!

 

NABU-Habichtswald / Waldjugend Warmetal

 

Schon lange geplant, fuhren am Samstag 10 Mitglieder der Waldjugend Warmetal und 3 Aktive des NABU mit Autos und Anhängern auf die Hute am Seilerberg (ehemals Truppenübungsplatz Ehlen). Seit Jahren lag dort an mehreren Stellen viel Müll: von meterlangem Stacheldraht, Folien von Gras-Silage über zahllose Flaschen bis hin zu verrosteten Auto- und Motorroller-Teilen, in einem Fall auch Sondermüll. Hatten wir an einer Stelle erst mal angefangen, sahen wir immer weiteren Müll, an einer Stelle in schier endlosen Mengen. Der Waldjugend machte das aber nichts aus. Das Wetter war kalt und sonnig. Wie immer ging es mit viel Enthusiasmus und Spaß zur Sache. Die Jungs fanden die zwei völlig verrosteten und zerfallenen Autowrack-Reste super spannend und schleppten alle tragbaren Teile heraus. Am Ende hatten wir zwei Anhänger voll Müll gesammelt, weit mehr als ursprünglich gedacht. Nach dem Sortieren war es mengenmäßig vor allem Altglas und Metall, das problemlos entsorgt werden konnte. Der Restmüll, weil auch erheblich mehr als ursprünglich gedacht, wurde säckeweise an die beteiligten Familien verteilt (die ein bisschen "Gute Miene zum bösen Spiel" machten, als wir damit anrückten, aber ganz tapfer mithalfen - danke dafür!).

 

Was mir persönlich ein Rätsel ist, sind die Mengen an Altglas (nicht nur Flaschen), die an einer Stelle offensichtlich dort mal "abgekippt" worden sein mussten (hier sind wir auch nicht fertig geworden), in einem Bereich, mittlerweile inmitten von Bäumen und Büschen, der heute kaum noch zugänglich ist. So alt, dass längst alle Etiketten verrottet sind, aber das Glas, auch die unzähligen Scherben, liegen da wie am ersten Tag, halb in der Erde, halb draußen. Dies als Appell bitte nachzudenken bevor, vielleicht auch nur gedankenlos, Glas in die Landschaft geworfen wird.

 
Gerade mit den begeisterten Kindern zusammen machen solche Aktionen auch uns Erwachsenen viel Freude.

 

Wir suchen weitere Aktive, die Lust haben bei uns mitzumachen. Wir sind eine Gruppe ganz gemischten Alters, Frauen und Männer und über die enge Zusammenarbeit mit der Waldjugend Habichtswald auch Kinder und Jugendliche. ronald.schwerin@web.de, www.nabu-habichtswald.de.


Kontaktmöglichkeit zur Waldjugend: junghabichte@web.de.

 

Artikel veröffentlicht am 14.11.2016

 

 

Foto: R. Schwerin, Öffentliche Wanderung "Hute am Seilerberg"
Foto: R. Schwerin, Öffentliche Wanderung "Hute am Seilerberg"

NABU Habichtswald - Wanderung über die Hute am Seilerberg (ehemals Truppenübungsplatz Ehlen)

 

 

 

Am Sonntag fand eine öffentliche Wanderung des Naturschutzbund Habichtswald über die "Hute am Seilerberg" statt. Es kamen ca. 25 Interessierte, viele davon Anwohner aus Ehlen. Hans-Bernd Schmidt vom NABU Bad-Emstal, einer der langjährigen Initiatoren des Projektes, berichtete über den aktuellen Stand der Planungen. Ziel ist der Erhalt des halboffenen Charakters mit seinem besonderen Artenreichtum (u.a. Kammmolch, Geburtshelferkröten, von Ameisenhügeln durchzogene Wiesen u.v.m.). Es wurde über den Wegeverlauf (das Gelände bleibt zugänglich), die Umgestaltung des Baumgürtels, die Notwendigkeit des Freihaltens des Geländes gegen die jetzt schon sichtbare Verbuschung (durch Beweidung, Mat und Gehölz Rückschnitte) gesprochen. Eingegangen wurde auch auf den Eindruck mancher, dass noch nicht viel auf dem Gelände passiert sei (was auch stimmt). Dies liegt daran, dass derzeit ein Gesamtkonzept erarbeitet wird, dessen Details mit Bundes- und Landesforst, sowie der Unteren- und Oberen Naturschutzbehörde abgestimmt werden müssen. Für die Umsetzung des Naturschutzkonzeptes ist mit einem jahrelangen Entwicklungsprozess zu rechnen. Mit ersten Arbeiten wird aber diesen Winter begonnen. Der Pappelstreifen an der Autobahn soll soweit ausgelichtet werden, dass natürlicher Aufwuchs standortgerechter Bäume erfolgt und langfristig dort ein Mischwald entsteht.

Anregungen und Fragen können eingebracht werden (was z.T. auf der Wanderung auch erfolgte!). Nahezu alle Interessierten haben ihre E-Mail-Adresse angegeben und werden nun (so etwa halbjährlich) von uns per Mail über Aktuelles vom Seilerberg und unserer NABU-Gruppe Habichtswald informiert. Aufgrund der sehr positiven Resonanz, und da wir in den zwei Stunden gar nicht bis ins obere Feuchtgebiet kamen, wird es im späten Frühjahr noch einmal eine öffentliche Wanderung mit dem Schwerpunkt Amphibien geben. Zudem plant die hessische NABU Stiftung (die Eigentümerin des Geländes) für diesen Spätherbst noch einen Informationsabend in Ehlen unter Einbezug der Gemeinde. Wer an unseren ca. halbjährlichen Informationen per Mail interessiert ist, kann sich gerne melden: ronald.schwerin@web.de.

Artikel veröffentlicht am 18.10.2015 


 

HNA-Artikel vom 05.08.2015

 

Jede Menge Platz für die Artenvielfalt

Ehlen: Ehemaliger Übungsplatz der Bundeswehr ist jetzt Nationales Naturerbe

Jetzt ist es offiziell: Hartmut Mai, Vorsitzender der Nabu-Stiftung , am neuen Schild, das auf das Naturerbe hinweist.
Jetzt ist es offiziell: Hartmut Mai, Vorsitzender der Nabu-Stiftung , am neuen Schild, das auf das Naturerbe hinweist.

Ehlen. Der ehemalige Standortübungsplatz bei Ehlen ist jetzt das zweite Nationale Naturerbe in Hessen.

„Das ist ein wichtiger Meilenstein für den Naturschutz,“ sagte Hartmut Mai, Vorsitzender der Nabu-Stiftung Hessisches Naturerbe, gestern.

Mit dem „besonderen Kleinod“ übernehme man auch eine „große Verantwortung“, sagte Mai. Die Stiftung habe besonders die Erhaltung der Artenvielfalt im Blick. „Und auch für Ruhesuchende soll die Hute am Seilerberg erhalten bleiben.“ Ein entsprechendes Konzept solle noch entwickelt werden - gemeinsam mit der Gemeinde Habichtswald und den Bürgern. Die sollen im Winter bei einer Info-Veranstaltung einbezogen werden.

Die Fläche am Seilerberg sei „ein Glücksfall für den Naturschutz“, sagte Hessens Umweltministerin Priska Hinz. In Hessen gebe es wenige solcher einzigartigen Flächen. Borstgrasdrasen und magere Flachland-Mähwiesen seien selten geworden, sagte Dr. Elsa Nickel, Abteilungsleiterin im Bundesumweltministerium. Langfristig soll die Fläche als Huteweide und Mähwiese genutzt werden, und Tieren wie Kammmolch und Neuntöter, aber auch seltenen Pflanzen eine Heimat sein.

Man werde sich auf eine Art und Weise kümmern, die dem Naturschutz dient, sagte Gerhard Eppler, Vorsitzender des Nabu Landesverbandes Hessen. Rund 200.000 Euro würden in den kommenden Jahren für Dienstleistungen rund um die Pflege des besonderen Gebiets aufgebracht, sagte Hartmut Mai. Neidhard Heinemann, Erster Beigeordneter der Gemeinde Habichtswald, freute sich, dass dem Gelände eine besondere Rolle im Naturschutz zugewiesen wird.

Nach langen Verhandlungen schenkte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben jetzt die Fläche an die Nabu-Stiftung. Die hatte sich darum lange bemüht. Mit dem Bundesforst wird sich die Stiftung um die Pflege kümmern.

 

Julia Renner

ren@hna.de


Hute am Seilerberg - Impressionen

Copyright alle Bilder: Ronald Schwerin